Wenn das Gehirn betroffen ist
Ein Schädel-Hirn-Trauma kann körperliche, kognitive, psychische und soziale Folgen haben.
Manche Veränderungen sind unmittelbar sichtbar, andere zeigen sich erst im weiteren Verlauf – etwa bei Belastung im Alltag, im sozialen Umfeld oder bei der Rückkehr in Schule, Ausbildung und Beruf.
Deshalb betrachten wir nicht nur einzelne Behandlungen, sondern den gesamten Rehabilitationsverlauf und die individuelle Lebenssituation.
SHT-Rehabilitation braucht abgestimmte Zusammenarbeit über Fach- und Versorgungsgrenzen hinweg —
wir führen die Beteiligten zusammen und behalten den Verlauf im Blick.
Unsere Leistungen bei SHT
Je nach individuellem Bedarf koordinieren und begleiten wir insbesondere folgende Bereiche – bei Bedarf unter Hinzuziehung qualifizierter Netzwerkpartner:
- Koordination und Schnittstellenmanagement zwischen Akutversorgung, Neurologie, Neurochirurgie, Neurorehabilitation und ambulanter Weiterbehandlung
- Koordination neurologischer und neuropsychologischer Diagnostik sowie geeigneter therapeutischer Maßnahmen
- Planung und Begleitung von Übergängen zwischen den Versorgungsphasen und Vermeidung von Versorgungslücken
- Koordination ergotherapeutischer, logopädischer, physiotherapeutischer und weiterer erforderlicher Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen
- Erfassung alltagsrelevanter Auswirkungen, bei Bedarf einschließlich Fremdanamnese sowie alltagsnaher Belastungs- und Funktionsbeobachtung
- Erfassung der Alltagskompetenz und frühzeitige Bedarfsanalyse bei absehbarem Unterstützungs- oder Pflegebedarf; daraus Ableitung und Koordination geeigneter nächster Schritte – bei Bedarf mit weiterführender Pflegeberatung
Mehr zur Pflegeberatung - Unterstützung bei der Strukturierung geeigneter Hilfen für eine möglichst selbstständige Lebensführung
- Einbeziehung, Beratung und Begleitung von Angehörigen und des persönlichen Umfeldes, soweit dies gewünscht und erforderlich ist
- Koordination von Maßnahmen zur sozialen Teilhabe, Mobilität, Hilfsmittelversorgung und gegebenenfalls zur Anpassung des Wohnumfeldes
- Bei Fragen zur Fahreignung: Koordination einer fachärztlichen, neuropsychologischen und – soweit erforderlich – verkehrsmedizinischen Abklärung sowie geeigneter Fahrverhaltensbeobachtungen oder praktischer Erprobungen
- Frühzeitige Einbeziehung der schulischen, ausbildungsbezogenen oder beruflichen Perspektive und Koordination geeigneter Maßnahmen zur Wiedereingliederung
- Verlaufsbegleitung, Fortschreibung des Reha-Plans und frühzeitiges Nachsteuern bei veränderten Bedarfen oder Abweichungen vom vereinbarten Verlauf
Reha Revive führt erforderliche medizinische, neuropsychologische, therapeutische oder verkehrsmedizinische Untersuchungen und Behandlungen nicht selbst durch. Wo besondere Fachkompetenz erforderlich ist, koordinieren wir die Einbindung entsprechend qualifizierter Netzwerkpartner und externer Dienstleister und führen deren Beiträge im Rehabilitationsprozess zusammen.
Fachliche Orientierung: Bei der Koordination berücksichtigen wir einschlägige fachliche Empfehlungen und Entwicklungen. Dazu gehören beispielsweise die AWMF-Leitlinie zur Rehabilitation sensomotorischer Störungen mit einem eigenen Abschnitt zur Rehabilitation nach Schädel-Hirn-Trauma sowie die AWMF-Empfehlungen zu kognitiven Kommunikationsstörungen nach Schädel-Hirn-Trauma.
Schritt für Schritt
Bei einem Schädel-Hirn-Trauma zählt Kontinuität.
Wir begleiten den Rehabilitationsverlauf, behalten vereinbarte Ziele und Maßnahmen im Blick
und passen den Reha-Plan an Entwicklungen und veränderte Bedarfe an.
Gerade bei kognitiven oder neuropsychologischen Beeinträchtigungen können Belastungsgrenzen und Teilhabebedarfe erst im Alltag deutlicher werden. Deshalb betrachten wir den Verlauf nicht nur punktuell, sondern überprüfen gemeinsam, ob die vereinbarten Maßnahmen weiterhin passen und wo gegebenenfalls nachgesteuert werden sollte.
Einfach erklärt
Nach einer Verletzung des Gehirns können sehr unterschiedliche Schwierigkeiten auftreten. Manche betreffen Bewegung oder Sprache, andere zum Beispiel Konzentration, Gedächtnis, Belastbarkeit, Verhalten oder den Alltag. Wir behandeln diese Folgen nicht selbst. Unsere Aufgabe ist es, den Rehabilitationsprozess zu koordinieren, geeignete Netzwerkpartner und externe Dienstleister einzubeziehen und deren Angebote zusammenzuführen und darauf zu achten, dass medizinische, persönliche, soziale und berufliche Ziele miteinander abgestimmt bleiben.